Projektgebiet und /oder vom Projekt Betroffene

Der geografische Perimeter umfasst vorerst die Bezirke Leuk und Westlich Raron.

Vom Projekt betroffen sind:

  • Weinbauern und Weinhändler sowie Selbsteinkellerer mit Genehmigung vom Kanton, welche im Perimeter Weinterrassen bewirtschaften, die die Kriterien des Vereins Walliser Terassenweine erfüllen und am Projekt mitarbeiten wollen.
  • Kanton Wallis (Landwirtschaftsamt, Seco, Rechtsabteilung, Kontrollorgane, etc.)
  • Weinverbände / IVV
  • Weitere Weinorganisationen und Rebgenossenschaften aus dem Wallis
  • RWO Naters
  • Agro Espace Leuk-Raron
  • Genussland Leuk

Charakterisierung der Ausgangslage

Im Wallis, als wirtschaftliche Randregion, hat die Weinwirtschaft eine lange Tradition. Die Konkurrenzsituation, vor allem im Ausland, hat aber enorm kleinere Produktionskosten. Diesen Wettbewerbsnachteil versuchten die Walliser Weinbauern in der Vergangenheit durch Qualitätsfortschritte auszugleichen.

Doch um auch in der Zukunft bestehen zu können benötigen die Weinbauern einerseits die Senkung ihrer Produktionskosten (Gemeinsamer Maschinenpark, gemeinsamer Einkauf…), andererseits aber auch grössere Einnahmen für ihre Produkte. Genau in diesem Bereich, also im Verkauf, soll dieses Projekt Mehrwert generieren.

Denn die Walliser Terrassenweinbauern benötigen bei der Bearbeitung ihrer Produk-tionsflächen viel mehr Zeit pro m2 als ihre in- und ausländische Konkurrenz. Dies weil:

  • ihre Parzellen im Durchschnitt viel kleiner sind,
  • ihre Parzellen verkehrstechnisch sehr schlecht erschlossen sind,
  • auch dadurch die Mist- und Wasserzufuhr wie auch der Traubentransport beschwerlicher und zeitintensiver ist,
  • der Maschineneinsatz erschwert oder zum Teil in den Weinterrassen gar nicht möglich ist,
  • grössere kostspielige Schäden durch Erosionen (Hanglage) und an Trockensteinmauern (Instandstellungsarbeiten) auftreten können,
  • weil auf einem grossen Anteil der Flächen die arbeitsintensiven Stickelreben stehen.

Kurze Beschreibung der Projektidee

Durch das Label unterstützt der Käufer die Weinbauern, welche trotz Mehraufwand die steilen einzigartigen Weinterrassen bearbeiten. Der Weinbauer seinerseits hat durch das Label ein zusätzliches Verkaufsargument, zusätzliche Zielgruppen und über den Verein Hilfe im Marketing, PR und in der Kommunikation.

Projektziele

Mit dem Label „Walliser Terrassenwein“ sollen die Weinbauern eine höhere Wertschöpfung aus der Weinproduktion vom Traubengut aus den Walliser Rebterrassen erzielen.

  • Dem Konsument wird vermittelt, dass Wein je nach Produktionsbedingungen nicht gleich Wein ist.
  • Dem Weinbauern wird für die Zukunft eine neue Markt- und Wettbewerbschance, welche er zu Recht erhält, erarbeitet. ( Arbeitsplatzsicherung )
  • Die Region erhält eine neue Spezialität im Weinbereich. (Wein mit dem Label „Walliser Terrassenwein“ )
  • In der Region Leuk und Raron wird das Verschwinden der traditionellen, einzigartigen Landschaft, mit Trockensteinmauern (3000 km im Kanton Wallis!!) verhindert. Diese ist u.a durch Parzellenzusammenlegungen gefährdet. Das Schützen dieser authentischen Landschaftsbilder, dank Anreiz durch die Mehreinnahmen mit dem „Terrassenwein“-Label, ist für einen Tourismuskanton wichtig und wertvoll.
  • Für die quantitative und qualitative Zielsetzung siehe Seite 7 ff. sowie Kapitel 7 ‚Tragbarkeit und Finanzierung’. Es werden also bis zu 450‘000 Liter nach 5 Jahren budgetiert.
  • Die Anzahl der Weinterrassen und Perimeter sollen in den folgenden fünf Jahren konstant bleiben.
  • Der Walliser Terrassenwein positioniert sich mit einem neuen Nischenprodukt innert fünf Jahren führend im Weinsegment „Fairtrade Schweiz“.
  • Mit dem Produkt Wein soll zusätzlich auch die Geschichte, Landschaft, Emotion, Wissen und Authentizität mit verkauft werden.
  • Im Projekt werden nur einheimische, also autoktonische Rebsorten berücksichtigt.
  • Der Tourismus wird für dieses ökologische Nischenprodukt, welches die Landschaft aufwertet, sensibilisiert und entsprechende gemeinsame Aktionen / Aktivitäten werden mit dem Verein aufgebaut und umgesetzt.
  • Nach fünf Jahren soll das Projekt, welches Modell- und Pilotcharakter aufweist, optimiert von der Region Leuk – Raron auf andere Weinregionen im Kanton übertragen.